Ein NEUSTART mit einer neuen Sprache…

 

Irgendwie sieht man die Welt mit anderen Augen,

wenn man seinen Horizont erweitert, in fremde

Kulturen eintaucht und vor allem auch,

wenn man sich der jeweiligen Sprache widmet.

 

 


 

Rückblickend würde ich dies gern meinem jüngeren ICH zurufen, das mitten in der Pubertät steckt und an den neuen Fremdsprachen in der Schule zu knabbern hat. ☺️ Vokabeln pauken, um eine gute Note mit nach Hause bringen zu können war da definitiv nicht eines meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass ich in den Sprachen ganz gut war, aber auch nur, weil ich einfach drauf los geredet habe. Sicherlich nicht, weil meine Grammatik-Kenntnisse oder der Wortschatz so toll waren. Meist wurden die gesuchten Wörter eben umschrieben. Daher eher schriftlich = 4 und mündlich = 2 🙈

 

Jetzt ist es eine andere Herangehensweise. Man lernt als Erwachsener eine Sprache eben anders und mit einer ganz anderen Zielsetzung – einer anderen Motivation!

Meist steckt ein wichtiger Grund dahinter und eher nicht die Tatsache, dass man mal eben viel zu viel Freizeit hat. Zumindest ist das bei mir nicht der Fall.

Finnisch soll schon bald Teil meines Lebens werden – So zumindest der Plan! Es geht nämlich bald gen Norden. Und nicht nur mal eben zwischendurch, sondern für länger – für immer?! Keine Ahnung, aber wir werden sehen.

Jap, Helsinki und Finnland wird ab Sommer mein neues Zuhause sein. Dort werde ich leben, arbeiten und einfach SEIN. 

Daher auch die neue Sprache, viele Termine und jede Menge To Dos, die noch erledigt und abgehakt werden müssen. Dazu werde ich Euch aber im Laufe der nächsten Wochen und Monate weiterhin auf dem Laufenden halten und ein Stückweit mitnehmen.

Vorerst geht es aber um die bereits angesprochene SPRACHE: FINNISCH!

 

I’m learning finnish

J´apprends le finnois.

Estoy aprendiendo finlandés.

Jag lär mig finska.

Opetam suomea.

 

 
So, das ist jetzt ein Satz, der auf meine derzeitige Situation zutrifft. Und zwar in allen Sprachen, die bisher meinen Weg gekreuzt haben.
 
Englisch und Französisch aus Schulzeiten: Englisch blieb im Gedächtnis, wurde immer mal wieder benutzt und eingesetzt. Aber Französisch? Nach immerhin vier Jahren Schulfranzösisch war am Ende NIX mehr übrig… Zugegeben, ich war auch eher faul, was das Vokabellernen und Unterricht nachbereiten angeht, aber wer denn bitte nicht. Dann noch eine Lehrerin, die mich nicht leiden konnte und ich sie noch viel weniger – da war die Sache quasi gelaufen… 🤷🏼‍♀️
 
Immerhin sind ein paar Fetzen hängen geblieben, die mir dann später, als ich in Spanien gearbeitet habe, weiterhelfen konnten. Denn dort ging tatsächlich Spanisch ganz gut von der Hand. Nie richtig gelernt, nur nachgesprochen und einfach gequatscht, egal was dabei rauskam.
 
Tja und dann war da noch ein „Schwedisch-Moment“ in meiner Sprachen-Karriere. Es sollte damals zum Schüleraustausch nach Schweden gehen. Daher wurde ein VHS-Kurs für die gesamte Klasse eingekauft und auch der Klassenlehrer musste die Schulbank drücken. Ich glaube es war die 9. oder 10. Klasse. Tja, aus dem Austausch wurde leider nix und der Kurs fand dann auch recht schnell ein Ende. Auch hier ist leider NIX hängen geblieben. Vielleicht erkennt man das ein oder ander Wort, wenn man es hört, aber sonst… gähnende Leere erfüllt den Raum!
 
Ich bin immer wieder fasziniert, wie es Menschen geben kann, die gleichzeitig – und dann auch noch fließend – viele Sprachen beherrschen. Zu meiner Zeit in Spanien hat mir mein Schulfranzösisch zwar etwas geholfen, aber immer wieder habe ich die Wörter verwechselt. Und das, obwohl ich ja weder die eine, noch die andere Sprache tatsächlich konnte, dass ich sagen kann „da war ja auch ein großer Wortschatz“. Daher Hut ab vor allen Übersetzern und Sprachgenies!
 
Und jetzt, da wird es tatsächlich NIX mit „Wörter verwechseln“ oder „Hilfe durch andere Sprachen“, denn 
 
ICH LERNE FINNISCH!
 
Und eines ist klar, hier gibt es kaum ein Wort, das abgeleitet oder gar ähnlich konjugiert oder verwendet wird, wie in irgend einer Sprache, die ich (auch im Entferntesten) kenne. 
Es gibt zwar einige Wörter, die fast gleich mit dem Englischen oder auch dem Deutschen sind, aber das sind doch am Ende nur ein paar.
 
Gerade letzte Woche im VHS-Kurs gab es so eines. Es heißt tatsächlich „besserwisseri“ auf Finnisch!!! 😁
Auch Wörter wie hotelli oder helikopteri sind zu finden und ich freue mich jedesmal wie ein Schneekönig über die ähnlichen Wörter.
 
Aber im Grunde fängt man im Finnischen von NULL an. Und irgendwie passt das gerade zu all dem, was mich in den nächsten Wochen und Monaten, eventuell auch Jahren erwarten wird. 🤪
 
Bevor ich damit angefangen habe, Finnisch so richtig in Angriff zu nehmen, gab es natürlich schon ein paar Brocken der Sprache, die sich in meinem Gehirn versteckt hatten. Durch Besuche im Land und den Kontakt mit der Sprache blieb das nicht aus und grundsätzlich bin ich auch eher jemand, der dann auch mit den (wenn auch klitzekleinen) Sprachbrocken umgehen will. Also z.B. den Kaffe bestellen, Danke und Bitte sagen können oder zumindest verstehen können, wenn sich jemand vorstellt.
 
Aber jetzt wird eben RICHTIG gelernt.
Die Motivation war schon im letzten Jahr mega groß, stand ja immerhin ein dreimonatiger Aufenthalt in Finnland an.
Wenn ich motiviert bin, dann muss das auch alles SOFORT und JETZT losgehen. Daher bin ich im Internet shoppen gewesen und habe mir ein Lehrbuch besorgt, das in den meisten VHS-Kursen benutzt wird, ein Verben-Rad wurde eingekauft und auch ein paar APPs habe ich mir ausgesucht, um mich hindurch zu testen.
Außerdem habe ich einen 6-Monats-Kurs bei Word-Dive gekauft und sofort gestartet.
 
Die Motivation hielt am Ende bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir nach Finnland aufgebrochen sind. Dann war es leider vorbei. Nach ca. 3 Wochen! Das Material habe ich natürlich mitgeschleppt, die App war auf dem Smartphone bereit und die wöchentliche Mail hat mich immer wieder daran erinnert, dass ich NIX gemacht habe. Vor Ort kommt man ja LEIDER super gut mit Englisch durch.
 
Damit ist jetzt aber Schluss! Es ist jetzt ein gesetztes Ziel, diese Sprache zumindest in Teilen etwas zu verstehen und verwenden zu können.
 
Daher habe ich WIEDER das Abo bei Word Dive gekauft und für 3 Monate freigeschaltet. Außerdem einen VHS Kurs gebucht, der nun seit dem 30.01.2019 jede Woche läuft. Dieser Kurs ist der zweite in der Reihe, ich habe also einfach mal den Einsteigerkurs übersprungen. Und das war auch gut so, denn tatsächlich bin ich auf einem ähnlichen Stand wie diejenigen, die den Vorgänger-Kurs besucht haben – wenn nicht sogar ein wenig weiter.
 
Hier macht es definitiv die Kombination. Denn über die APP Word Dive lerne ich nach und nach einige Vokabeln kennen, die meinen Wortschatz ordentlich erweitern. Nach und nach kommen hier dann auch Grammatikübungen hinzu. Im Kurs selbst erfahre ich dann aber mehr über die Grammatik, die Regeln und die Logik hinter all dem, um alles zusammen anwenden zu können.
 
Außerdem versuche ich immer wieder finnische Musik zu hören, um mir den Klang der Sprache besser einprägen zu können. Hier freue ich mich jedesmal wie ein kleines Kind, wenn ich einige der Wörter kenne.
 
Sicher ist wohl, dass dies eine Lebensaufgabe werden wird. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder wie war das noch?!
 

Wusstet Ihr, dass es durchaus gesundheitspositive Effekte für Euch hat, wenn Ihr eine neue Sprache lernt?
 
In den letzten Jahren haben sich auch viele Wissenschaftler mit dem Thema beschäftigt und herausgefunden, dass Mehrsprachigkeit noch andere positive Effekte besitzt. Neben einer verbesserten Gedächtnisleistung, hilft es nämlich teilweise auch bei der Vorbeugung gegen Alzheimer.

Vor einigen Jahrzehnten war noch der Irrglaube im Umlauf, dass Mehrsprachigkeit eine Beeinträchtigung für Kinder darstellt und sie in Ihrer geistigen Entwicklung verwirrt und sogar behindert. Aktuelle Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass im mehrsprachigen Gehirn alle erlernten Sprachen aktiv sind, selbst wenn nur eine Sprache gesprochen wird.

Dies ist allerdings mehr ein Vor- als ein Nachteil, denn es zwingt das Gehirn innere Konflikte zu lösen und die anderen Sprachen zu unterdrücken, was wiederum die Gedächtnisleistung verbessert. Die Teile im Gehirn die für Planung, das Lösen von Problemen und mental schwierige Aufgaben zuständig sind, arbeiten bei mehrsprachigen Menschen wesentlich besser als bei Menschen die nur eine Sprache sprechen. Nebenbei fördern diese Prozesse auch die Fähigkeit sich auf mehrere Dinge abwechselnd zu konzentrieren und unwichtige Dinge zu ignorieren.

Es handelt sich also um eine Art TRAINING fürs Gehirn. Und sind wir mal wirklich ehrlich: Wer strengt sein Gehirn NACH Schule und Ausbildung noch WIRKLICH an? Meist arbeitet man sich zwar in die neue Materie und Aufgaben ein, lernt etwas Neues, aber dann wird oft eher abgearbeitet, als sich neue Inhalte anzueignen und das Gehirn aktiv mit neuen Inhalten zu „bestücken“.


 
Wenn das mal keine Gründe für den Schritt zurück auf die Schulbank sind, dann weiß ich es auch nicht! 
 
In jeder Stadt findet Ihr eine Menge an tollen Sprachkursen in Volkshochschulen, die recht günstig und durchaus qualifiziert sind. Kleiner Tipp am Rand: In Grossstädten einfach mal in die kleineren Gemeinden herum schauen, hier sind die Kurse meist um einiges günstiger und eher mit kleineren Gruppen zu finden. Ich z.B. gehe zur Volkshochschule in Ahrensburg, obwohl ich in Hamburg wohne. Die Entfernung ist ähnlich und ich spare tatsächlich über 30,00 € bei einem Kurs.
 
Ich werde Euch in den nächsten Wochen ab und an mit ein paar Tipps und Tricks aus meinem Lernalltag versorgen und freue mich, wenn Ihr auch die ein oder andere Erfahrung beim Sprachenlernen mit mir teilt. Einfach einen Kommentar setzten oder eine Mail an info@happinessmeetslife.com
 
Vor allem über die vielen Besonderheiten der finnischen Sprache werde ich berichten und ein paar Vokabeln mit Euch teilen.
 
Habt noch eine schöne Woche und liebe Grüße aus (noch) Hamburg,
Danii
 
 

 

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