Wie anstrengend doch ein „SO TOLLES LEBEN“ sein kann…

Es ist Freitag! Endlich!!!

Ja, auch ich habe, trotz meiner neuen Arbeitssituation, einen FREITAG! Und ich habe auch einen MONTAG und ein Wochenende. Sprich; Auch ich habe eine Arbeitswoche.

Und die letzten hatten es ordentlich in sich. Nicht nur im Job!

Denn auch der Alltag war vollgepackt und ausgeschöpft bis in die letzten Minuten!

„Ach, du hast schon ein SO TOLLES LEBEN!“ Höre ich immer wieder, wenn ich mit Freunden oder Familie in Deutschland telefoniere. Und ja, ich kann mich nicht beschweren!

Gerade sitze ich in einem Café am Olympiaterminal in Helsinki, tippe fleißig auf meinem Macbook rum und trinke einen Cappuccino. Meine tägliche Schwimmeinheit habe ich heute auf den Abend geschoben, denn danach werde ich noch mit ein paar Freunden in der Sauna entspannen, dann kurz nach Hause, frisch machen und danach geht es dann eine Runde in die City. Erst einmal ohne Ziel, nur ein paar Bars und so.

Täglich Sport, fast täglich ein Saunabesuch, gemeinsame Aktivitäten mit Freunden, arbeiten wann und wo ich will, bzw. kann und dazu scheint auch noch die Sonne die kompletten letzten Wochen durch.

Bis auf heute.

Heute regnet es und es sind nur knapp 14 Grad. Und wisst Ihr was?

GOTT SEI DANK!!!

Denn ja, ich habe Spaß, bin unterwegs und habe jede Menge gesehen und erlebt in den letzten Wochen. ABER ich hatte ziemlich wenig Schlaf, habe einen unglaublichen Sonnenbrand (vor allem auf der Nase), Muskelkater ohne Ende, hellere blonde Haare als so manche Finnen (durch Sonne und die tägliche Dosis Chlorwasser). Und warum das Alles? Weil ich weder etwas „verpassen wollte“, noch irgendwen „enttäuschen“. Denn, ich habe ja ein „SO TOLLES LEBEN“ und da kann man doch nicht einfach so zu Hause bleiben, oder?!

Hört sich blöd an, war aber bis jetzt so. Ich gehe morgens gegen 07:00 Uhr aus dem Haus und wir sind gegen 23:00 Uhr zurück. Schlafen und weiter geht´s…

Trotzdem habe ich bisher fast nichts von all dem umgesetzt, was ich mir vor ein paar Wochen auf meine „Das will ich unbedingt in den ersten 4 Wochen machen-Liste“ aufgeschrieben hatte.

Und wisst Ihr was?! Das ist mir absolut EGAL!!!

Ich wollte z.B. Häkeln, DIY-Projekte machen, verschiedene Backrezepte ausprobieren und endlich richtig Kochen „lernen“. Wahrscheinlich lachen sich jetzt schon einige kaputt, die mich wirklich kennen…

Denn ich muss mir einfach eingestehen, ich bin nicht der „DIY-Häkel-Typ“, der ich vielleicht sein wollte, ich habe keine einzige Luftmasche auch nur ansatzweise umgesetzt. Und NEIN, ich bin auch nicht die super durchgeplante Business-Frau, die ich vielleicht ausstrahlen wollte. Mit dem Laptop unter dem Arm jeden Tag in einem anderen tollen Café wie Starbucks oder schicken Co-Working-Space die wichtigen Geschäftstermine per Telefon erledigen. Ich wollte immer „top-gestylt“ das Haus verlassen und MIT Handtasche (natürlich aufgeräumt und systematisch eingeräumt“.

NÖ! Ab dem zweiten Tag kam meine große olle Sporttasche wieder zum Vorschein, meine Sachen wurden unsortiert, aber (für mich) systematisch hineingeschmissen und die Café´s waren dann doch eher die Strandbuden oder kleinen Cafés in den sehr schönen Gassen von Helsinki. Mein tägliches Outfit musste so ausgewählt werden, dass ich die Schwimmsachen direkt unter ziehen konnte.

Das Beste Beispiel: Ich bin halt einfach niemand, der seine Sonnenbrille in einem schönen Brillenetui mitnimmt, in das dann ganz akribisch die richtige Sehhilfe reingesteckt wird, wenn die Sonnenbrille aufgesetzt wird. Meine Brillen werden einfach getauscht und dann in eine der Seitentaschen der Sporttasche verstaut.

Und an dem Tag, als ich das mit dem Brillenetui über Bord geworfen habe, meine Tasche wieder am frühen Morgen in der alltäglich, gewohnten Hektik packe, anstatt schon am Vorabend und mir einfach eingestanden habe, dass ich nunmal eher ungeplant (chaotisch finde ich zu hart) und NICHT systematisch BIN, geht es mir besser!

Vielleicht wollte ich einfach MAL WIEDER zu viel! Neues Land, neuer Alltag, neuer Arbeitsablauf, neue Aufgaben, neue Dani? NÖ! Nicht mit mir!

Und ich glaube das ist genau das, was diese ganze Life-Balance-Sache ausmacht! Man muss sich selbst realistisch einschätzen und das akzeptieren, was man ist und WIE man ist. Eigentlich nichts Neues, oder?!

Aber genau da liegt doch der „Hund vergraben“! Durch all die ach so tollen Influencer und Menschen mit „ACH SO TOLLEM LEBEN“, bei denen scheinbar alles IMMER gut läuft, wo immer etwas los ist, die unterwegs sind und ständig an der frischen Luft sind.

Man, hört sich das denn nicht einfach nur anstrengend an?! Und wisst Ihr was?! Das ist es auch!!!

Sollte es nicht viel eher so heißen, wie Astrid Lindgren es schon Pippi Langstrumpf in den Mund gelegt hatte:

„Ich mach mir wir Welt so wie sie mir gefällt!“ und nicht wie es anscheinend eher heute ist:

„ICH MACH MEINE WELT, SO DASS ES EUCH GEFÄLLT!“ ?!

Daher Ihr Lieben, lasst uns doch einfach WIR selbst sein und unser ganz persönliches Takka-Tukka-Land erschaffen!

Wie das geht?! Hört doch mal ganz tief in Euch rein! Ich bin gerade dabei und werde in Zukunft wohl eher auf die Verwendung von Brillen-Etuis verzichten! 😉

Ich wünsche Euch dann noch einen TOLLEN TAG, wie auch immer der bei Euch aussieht!!!

Viele Grüße aus dem verregneten Helsinki (gut für meine sonnenverbrannte Nase),

Danii

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