Glücksforschung auf Finnisch

Freunde machen glücklich – Hyvää Ystävänpäivää!

Freunde machen glücklich ystävänpäivä

Valentinstag in Finnland: 

Ystävänpäivä = Tag der Freunde

„Ystävä“ war eines der ersten Wörter, die ich mir auf Finnisch merken konnte. Es bedeutet FREUND und Freunde machen glücklich! Eines der wichtigsten Wörter überhaupt; Einer der wichtigsten Besitze, die wir haben können: Freunde!!!

Zum Valentinstag, der auf Finnisch „Ystävänpäivä“ heißt, wird die Freundschaft gefeiert. Wörtlich übersetzt ist es der „Tag der Freunde“. Es ist also nicht nur ein Tag der „Liebenden“, sondern sozusagen ein Liebhab-Tag für alle nahestehenden Freunde.

Es werden Karten oder Kleinigkeiten an die Liebsten verschickt oder übergeben, es wird gemeinsam Zeit verbracht oder die Abende im Restaurant genossen.


Zeit miteinander zu verbringen, sozial Kontakte zu pflegen, lieben und lieb haben. All das hilft dabei, ein paar Bedürfnisse der Menschheit zu decken: Zugehörigkeit, Liebe und Gemeinschaft. Schon Aristoteles war sich sicher, dass soziale Beziehungen zu den wichtigsten Quellen unseres Wohlbefindens zählen, denn Freunde machen uns glücklich. Auch der World Happiness Report greift in seinen Ausführungen immer wieder die sozialen Beziehungen auf. Liegt hier einer der vielen „Schlüssel zum Glück“ vergraben?

Qualität vor Quantität

„Lieber ein paar gute Freunde, als viele, auf die man sich nicht immer verlassen kann.“ Ist ein Satz, den jeder von uns kennt. Bei Freunden kommt es eben auf Qualität und nicht auf Quantität an, oder?

Laut einer US-Studie um den Forscher Yang Claire der „University of North Carolina“ kommt es aber doch auf die Menge unserer Freunde an. Tatsächlich lohnt es sich laut dieser Studie sowohl am Anfang, als auch am Ende des Lebens möglichst viele Freundschaften zu haben.

Hier geht es zur Studie (in englisch): https://www.pnas.org/content/pnas/111/Supplement_3/10796.full.pdf

Die Daten von vier Langzeitstudien zeigten auf, wie sich soziale Beziehungen über das gesamte Leben auf die Gesundheit auswirkten:

Zwischen dem körperlichen Wohlbefinden und der Größe des Freundeskreises gab es einen direkten messbaren Zusammenhang.

Je größer der Freundeskreis eines Jugendlichen war, desto geringer war sein Risiko, in nächster Zeit krank zu werden. Hier sprechen die Wissenschaftler aus North Carolina von einer „Dosisabhängigen Beziehung“ zwischen der Anzahl der Freundschaften und der Gesundheit. Demnach erhöht jeder Freund die Wahrscheinlichkeit für gesundheitliche Vorteile und verringert das Risiko für Nachteile (wie z. B. Übergewicht, Bluthochdruck).

Junge Erwachsene und Jugendliche dazu zu ermutigen, viele soziale Beziehungen einzugehen und ihre sozialen Fähigkeiten im Umgang mit anderen zu erweitern, ist laut der Wissenschaftler genauso wichtig, wie gesunde Ernährung und Bewegung – Denn Freunde machen uns glücklich.

Auch im hohen Alter ist der Einfluss von Freundschaften auf die Gesundheit unübersehbar. Einsamkeit im Alter ist ein großes Thema der heutigen Gesellschaft. Gerade jetzt, in Zeiten von Korona, Quarantäne und Co. sind Freunde wichtige Bestandteile des Lebens.

Tatsächlich steigt im Alter durch Einsamkeit das Risiko für Bluthochdruck mehr, als für „klassische“ Risikofaktoren wie z. B. Diabetes. 

Die Lebensphase, in der Unterstützung durch andere besonders wichtig ist, liegt im mittleren Lebensalter. Hier spielt Qualität tatsächlich eine größere Rolle, denn Vertrauen in die engsten Freunde wird für eine Freundschaft vorausgesetzt. 


Fazit der Studie ist, dass die Anzahl der Freunde während der Pubertät ausschlaggebend für die Entwicklung der Gesundheit über das gesamte Leben ist. Wer bereits früh schafft Freundschaften aufzubauen, behält diese nicht nur oft, sondern hat auch später weniger Probleme erneut Freunde finden zu können.

Es sind schon sehr interessante Ergebnisse der Studie, die für mich absolut Sinn machen. Denn vor allem in jungen Jahren einen großen Freundeskreis und somit viele Freunde um sich zu haben und gemeinsam Zeit zu verbringen, legt Grundbausteine für ein gutes Selbstwertgefühl und eine Selbstsicherheit, die für das gesamte Leben aufgebaut werden muss. Dieses stärkt die mentale Gesundheit und hat somit auch einen direkten Einfluss auf die körperliche Gesundheit. 

Zudem lernen Kinder und Jugendliche in großen Freundeskreisen mit verschiedenen Persönlichkeiten umzugehen und zu interagieren. Unterstützung und Vertrauen bekommen sie meist aus dem Elternhaus, Bestätigung und Zuspruch gibt es von den Freunden.

Im Laufe des Lebens ändert sich dieser Anspruch an die Qualität unserer Freundschaften. Freunde werden wichtiger. Dabei ist Vertrauen eine Grundvoraussetzung für gute Freunde.

Die Definition von Freundschaft dreht sich somit während eines Lebens einmal um die eigene Achse. Denn am Ende des Lebens sollten wir die Werkzeuge erlernt haben, die es uns ermöglichen, im besten Falle Freundschaften gepflegt und erhalten zu haben, aber auch neue knüpfen zu können.

In diesem Sinne, wie wäre es mit einem Anruf bei einem guten Freund, eine Nachricht an die beste Freundin oder eine Einladung zu einem gemeinsamen Spaziergang (natürlich mit dem derzeit wichtigen Abstand)?!

Habt einen schönen Valentinstag, oder wie wir hier in Finnland sagen:

HYVÄÄ YSTÄVÄNPÄIVÄÄ!

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