Work Life Balance zur Weihnachtszeit

Vorfreude trifft Vorbereitung – Stress trifft auf freie Tage

Die meisten von uns dürfen sich über Weihnachten auf ein paar freie Tage freuen. Einige sogar noch darüber hinaus, denn „zwischen den Jahren“ lohnt sich oft ein kleiner Urlaub.

Allerdings fällt dafür die Zeit vor den freien Tagen oft hektisch und gestresst aus. Aufgaben sowohl im Job, als auch im Privatleben müssen noch erledigt werden, einige Kunden möchten natürlich noch in diesem Jahr bedient werden und da ist ja auch noch das Weihnachtsfest, das ebenfalls Vorbereitung benötigt. Nicht zu vergessen die Gedanken an all die Arbeit, die in unserer Auszeit liegen bleibt. Erholung? Was ist das?

Am liebsten würde man das Jahr entspannt ausklingen lassen. Doch plötzlich muss wieder alles bis kurz vor Weihnachten fertig sein. Ganz so, als gäbe es kein 2022. Vielleicht kennt ihr diese To-Do´s, die man vor allem in der zweiten Jahreshälfte auf die Liste mit „erledige ich zwischen den Jahren“ packt.

Aber wieso überrascht uns der Trubel im Job zum Jahresende immer wieder? Und was hilft?

Zunächst muss man wohl sagen, dass der Weihnachtsstress gar nicht so überraschend kommt. Über das Jahr hinweg wird er eher verdrängt, denn im Nachgang denkt man doch an die schönen Momente, als an all das, was im Vorfeld schief gelaufen ist.

Gerade im Job ist der Wunsch danach, einige Dinge noch in diesem Jahr zu erledigen groß. Man möchte quasi unbelastet in das neue Jahr starten. Aber sehen wir es mal ganz realistisch. In der Zeit vor Weihnachten ist einfach auch oft mehr Arbeit zu tun. Da wäre der Einzelhandel, Versandunternehmen, aber auch Office-Jobs, die mit dem Ende des Geschäftsjahres auch alle Händer voll zu tun haben. Der Dezember-Stress ist also durchaus plausibel.

Gute Planung hilft gegen Stress

Wir wollen es nicht hören und trotzdem stimmt es: Eine gute (Voraus-)Planung kann Stress zum Jahresende verringern. Wichtig dabei ist, seine To-Do´s immer für den gesamten Monat – im Sinn von den folgenden 30 Tagen – im Blick zu haben.

Bei einer Zeit, von der man weiß, dass es mehr Arbeit geben wird, lohnt sich sogar der Blick auf zwei bis drei Monate im Voraus.

So schaut man sich zum Beispiel den Dezember an und überlegt: Welche Aufgaben stehen tatsächlich an? Was kann man schon mit Sicherheit einplanen? Für diese Aufgaben sollte man sich dann genügend Zeit-Puffer freihalten.

Gerade zum Jahresende ist es außerdem sinnvoll, sich zwei bis drei Tage oder vielleicht auch eine ganze Woche am Stück, komplett ohne Termine freizuschaufeln und diese auch wirklich frei zu lassen. Denn dann kann die Liste ungestört abgearbeitet werden. Und glaube mir, du wirst sehen, dass dann auch die eigentlich ungeliebten To-Do´s Spaß machen werden. Auch ich habe mir die Tage direkt vor Weihnachten und zwischen den Jahren komplett frei gelassen, um liegengebliebene Kleinigkeiten endlich fertig zu bekommen und an neuen Ideen zu arbeiten. Diese Zeit hat irgendwie was Meditatives und Kreatives für mich. Daher habe ich es auch in meiner Zeit als Angestellte geliebt, die letzten Tage im Dezember zu arbeiten. Das Büro war so leer wie nie und ich konnte in aller Ruhe Dinge erledigen und mich auf neue Projekte vorbereiten. 

Ich freue mich jetzt schon richtig darauf und werde es mir in diesem Jahr mit Kakao und den Resten der Weihnachtskekse gemütlich machen und dann kreativ und produktiv sein.

Quasi ein idealer Abschluss des Jahres und ein Blick in die Zukunft – gen 2022.

Und ein kleiner Tipp von mir schon an dieser Stelle: Die Erledigungen, die ich am Ende des Jahres in meinen „freien Tagen“ plane, sind nicht krass wichtige Aufgaben, sondern solche, die mich zwar weiterbringen, aber nicht unbedingt sofort erledigt werden müssen. Das macht das Ganze entspannter und ungezwungener!

Unterstützung anzunehmen, ist keine Schande

Neben all der Planung ist aber auch wichtig, sich selbst nicht zu vergessen. Manchmal kann es durchaus noch mehr stressen, wenn man sieht, was noch alles vor einem liegt. Dann versuche dich eher auf die kommenden Tage zu fokussieren und starte damit Prioritäten zu setzen. Und egal ob im Job oder zu Hause: Du musst nicht alles alleine schaffen. Es ist keine Schande, sich Unterstützung zu holen! Es geht darum zu erkennen, was man realistisch schaffen kann. Im Beitrag „Prioritäten setzen“ findest du mehr dazu, inklusive einer Vorlage für das Eisenhower Prinzip, das dir dabei hilft, deine Aufgaben in Wichtigkeiten einzuteilen. Das bringt einen besseren Überblick und hilft dir dabei, gelassener auf deine To-Do´s zu sehen. Denn nicht alles, was wir im Kopf haben muss sofort erledigt werden. Denke immer daran: Das Jahr 2022 kommt ja auch noch!

Privaten und beruflichen Stress trennen

Die Weihnachtszeit ist auch deshalb so stressig, weil privater und beruflicher Stress zusammenkommen. Das hat auch viel damit zu tun, wie wir Weihnachten feiern, z. B. weil wir jede Menge Zeit, Energie und Geld in tolle Geschenke und in den perfekten Heiligen Abend investieren wollen. Deshalb sollte man sich darauf besinnen, warum man überhaupt Weihnachten feiert und was das eigentlich Wichtige an dem Fest ist. Also etwa: Zeit mit der Familie zu verbringen.

Außerdem ist es besser, auf Multitasking zu verzichten. Jeder kennt das: Neben der Arbeit macht man dann noch eine schnelle Geschenke-Bestellung im Internet oder plant zwischen Tür und Angel den Einkauf für das Weihnachtsmenü. Hierbei wird der Stress der beiden Bereiche Job und Privatleben vermischt und schließt sich zu einem großen Klumpen an Aufgaben zusammen. Das hat dann nichts mehr mit einem „Work-Life-Blending“ zu tun, sondern eher zu einem aufkommenden Problem. 

Wenn es normal wird, beides zu vermischen, fühlt man sich vielleicht effizienter, ist es aber meist nicht wirklich. Hier braucht es ein gutes Bewusstsein, um auch sich selbst zu schützen. Denn am Ende erkennst du nicht mehr wo deine Belastungsgrenze liegt, da alles zusammenkommt.

Weniger Stress dank Corona?

Bis inklusive 2019 hat es in der Weihnachtszeit enormen Stress für mich ausgelöst, wenn ich an all die Rituale gedacht habe, die ich bis zum Heiligen Abend durchlaufen musste. Plätzchen backen, Wohnung dekorieren, Besuch auf dem Weihnachtsmarkt mit den Kollegen, mit den Freunden, mit der Familie, mit dem Verein, mit meinen Mädels aus dem Fitnessstudio, Weihnachtsfeiern im Büro, ebenfalls Verein oder Studio, lange Einkaufsbummel für Geschenke und dann auch noch der anstehende Besuch bei der großen Verwandtschaft.

All das ist dann nur ein Jahr später komplett weggefallen. Keine Weihnachtsfeiern (bis auf ein paar, die virtuell durchgeführt wurden), keine Besuche, kein Weihnachtsmarkt. Lediglich die Plätzchen wurden gebacken und die Wohnung geschmückt. Und zwar mit der Deko der Vorjahre, denn ein großes Deko-Shopping, wie in jedem anderen Jahr gab es ebenfalls nicht. Weihnachtsgeschenke gab es online und die Besuche wurden via Facetime erledigt und tatsächlich ein paar Weihnachtskarten verschickt.

Im Grunde doch irgendwie ein Gewinn in der doch so anderen und schwierigen Zeit. 

Es hat außerdem gezeigt, welche Dinge jetzt wirklich noch wichtig sind und auch, mit welchen Menschen man weiterhin Kontakt behalten möchte, auch wenn es eventuell schwierig ist.


Im Folgenden habe ich dir 5 Tipps zusammengestellt, wie du Stress vorbeugen und eine gute Work-Life-Balance in der Vorweihnachtszeit umsetzen kannst:

5 Tipps für eine stressfreiere Vorweihnachtszeit (ganz ohne ist doch auch nicht richtig!):

Weihnachten Arbeitsleben Tipp 1

PLANUNG

Viele Unternehmen haben zwischen den Jahren geschlossen beziehungsweise die meisten Leute nehmen sich von Weihnachten bis Neujahr frei. Das führt dazu, dass man knapp eine Woche weniger Zeit hat, seine Aufgaben bei der Arbeit zu erledigen. Deshalb teile dir die Aufgaben gut ein und verlege notfalls die etwas weniger wichtigen Aufgaben ins neue Jahr. Im Beitrag „Prioritäten setzen“ findest du eine Vorlage, die dir dabei hilft, deine To-Do´s besser im Überblick zu haben.

GEGENSEITIGE UNTERSTÜTZUNG

Stehen wichtige Aufgaben zum Jahresende an, die man alleine nicht schafft? Dann muss man sich das eingestehen und sich klar machen, dass man damit nicht alleine ist. Einfach nach Unterstützung im Team oder bei Kollegen fragen, das ist wirklich keine Schande! Die Aufgaben werden im Team verteilt und so können die Projekte bis zum Ende des Jahres stressfrei fertiggestellt werden. Gerade zwischen den Jahren habe ich die Zeit mit den Kollegen immer als sehr schön empfunden, denn wir sitzen ja alle im selben Boot. Und vielleicht hat man dann auch mal mehr Kontakt zu denjenigen, die sonst eher in anderen Bereichen zu finden sind.

TRENNUNG VON PRIVATEM UND BERUFLICHEM STRESS

Der Grund für den hohen Stresspegel in der Weihnachtszeit liegt vor allem darin, dass privater und beruflicher Stress zusammenkommen. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man etwas besser abschalten, indem man aktiv Arbeit und Privatleben gedanklich trennt. Dann ist die eine große To-Do-Liste nämlich geteilt in zwei kleinere Listen und man fühlt sich nicht mehr völlig überladen. 

ORDNUNG INS GEDANKENCHAOS BRINGEN

Wenn der Kopf nicht zur Ruhe kommen kann und sich die Gedanken nur noch um unerledigte Aufgaben drehen, hilft es meistens schon sehr, einen Stift zur Hand zu nehmen und einfach mal alles zu Papier zu bringen. Das reduziert schon allein deshalb den Stress, weil man nicht mehr die Angst hat etwas zu vergessen. Außerdem sieht die Liste dann auf einmal gar nicht mehr so groß aus, wenn man alles schriftlich vor Augen hat. Wenn du eher digital unterwegs bist, dann habe ich ein paar Planungs-Tipps für dich im Beitrag „Digitale Selbstorganisation“ zusammengeschrieben. Hier findest du auch ein paar Tool-Tipps zu diesem Thema.

Um im Voraus schon einmal etwas Last heraus zu nehmen, ist eine grobe Planung sehr wichtig, denn dann weiß jeder was ansteht und bis zu welchem Zeitpunkt der Aspekt erledigt werden soll. Das gilt sowohl im Job, als auch zu Hause. Aufgabenteilung hilft auch im privaten Umfeld sehr, so bleibt nicht die komplette Organisation an einer Person hängen. Jeder macht das, was er am besten kann, also die Kleinsten dürfen beispielsweise den Weihnachtsbaum schmücken und beim Plätzchenteig ausstechen helfen. Dabei sollten die Erwachsenen ihre Einstellung zum Perfektionismus etwas nach unten schrauben, denn das Kind wird den Baum nicht genau so schmücken wie es sich der Erwachsene vorstellt, was ja auch überhaupt nicht schlimm ist. Generell gilt, wenn gewohnte Abläufe zu Stress führen, sollte man diese hinterfragen und verändern. Vielleicht ist es an der Zeit das sonst so aufwendige Menü etwas abzuändern? Tatsächlich gibt es im Haus meiner Eltern seit ich denken kann am Heiligen Abend kein riesiges Festessen, sondern: Hawaii-Toast! Warum, wieso, weshalb erzähle ich dir vielleicht im Dezember auf Social Media.

Weihnachten kommt jedes Jahr wieder, deshalb achte doch einfach mal das ganze Jahr über auf kleine Signale und Wünsche, die sich über Monate hinweg entwickeln. Dann kann man nämlich das Weihnachtsgeschenk schon im Frühling oder Herbst besorgen und man hat weniger Stress in der Adventszeit. Dieser Tipp ist für diese Weihnachten natürlich überfällig und wäre dann für nächstes Jahr erst wieder relevant. Deshalb hier nochmal ein paar Ideen: Ein selbstgebastelter Fotokalender oder ein Fotoalbum ist immer ein schönes Geschenk, denn es ist persönlich und erinnert an schöne gemeinsame Momente. Das ist auch ein Schlagwort für den nächsten Vorschlag, nämlich Zeit schenken wie beispielsweise ein Wellnesstag zu zweit oder ein gemütlicher Filmabend mit ganz vielen leckeren Süßigkeiten. Und wenn nichts mehr hilft, selbstgebackene Plätzchen gehen einfach immer!

Gerade zu Studienzeiten war bei mir das Geld knapp. Da gab es z.B. für meine Mama ein selbstgebasteltes Buch, in dem wir gemeinsam noch am Heiligen Abend, nach der Bescherung für jeden Monat des kommenden Jahres mindestens eine gemeinsame Aktivität eingetragen haben. Vom Eisessen, Kinobesuch bis hin zu einem Wochenende an der Ostsee. Das Buch kam im Paket mit Stiften, alten Katalogen und Stickern. So hatten wir einen wirklich schönen Abend und ein tolles Jahr! Mehr dazu und eine fertige Vorlage für diese Idee findest du im kommenden Beitrag der Kategorie Lifestyle „Glücklich schenken mit den richtigen Ideen – Kreativität und Mitdenken ist gefragt!„.

Die Einstellung ist ein großer Aspekt, wenn es um Stress geht. Weihnachten muss nicht perfekt ablaufen. Wenn man sich das bewusst macht und seine Erwartungen senkt, fühlt man sich gleich viel leichter und entspannter. Genug Schlaf, Bewegung und eine gesunde Ernährung fördern ein gutes Körpergefühl umso mehr. Denn wir alle kennen diesen Moment, wenn wir uns kaum noch bewegen können, dank dem leckeren Essen, was uns jährlich erwartet.

Und jetzt das Allerwichtigste: regelmäßig Zeit mit der Familie verbringen, z. B. bei einem gemeinsamen Spielabend. Denn die Adventszeit ist die Zeit der Besinnung und Gemütlichkeit  –  und dafür sollte man sich auf jeden Fall die Zeit nehmen!

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