Frühsport für den Biorhythmus

Frühsport olé! Wie Du mit Sport und Training Deinen Biorhythmus beeinflussen kannst

Morgenmenschen sind glücklicher und leben gesünder! Das ist wissenschaftlich bewiesen und mit vielen Studien dargestellt worden. Ob wir zu diesen glücklichen Frühaufstehern gehören, ist zwar vor allem genetisch vorbestimmt, kann aber durch äußere Einflüsse angepasst und optimiert werden – zumindest bis zu einem gewissen Maß!

Dabei spielt vor allem Sport und Bewegung eine entscheidende Rolle, wenn wir unsere innere Uhr neu stellen und die ein oder andere Morgenstunde hinzugewinnen wollen.

Dass Sport Glückshormone freisetzt und diese uns in einen Wohlfühlzustand nach dem Workout versetzten, ist bereits bekannt und sicherlich hast du dies auch schon erfühlen dürfen. Darüber hinaus hat Sport aber noch weitaus mehr für unseren Körper zu bieten. Denn tatsächlich kann Training und Bewegung uns dabei helfen, unseren Biorhythmus aufzupimpen und die innere Uhr etwas nach vorn zu stellen.

„Suprachiasmatischer Nucleus“, so lautet der Fachbegriff für unsere „innere Uhr”, die letzten Endes nichts anderes ist als ein reiskorngroßes Hirnareal. Von dort aus führen Nervenstränge zur Zirbeldrüse, wo u.a. das Schlafhormon Melatonin, aber auch das Glückhormon Serotonin produziert werden. Der Suprachiasmatische Nucleus reguliert darüber hinaus auch, wann die Körpertemperatur sinkt, wann der Blutdruck steigt und vieles mehr. 

Im ersten Artikel dieser Ausgabe „Das Glück im eigenen Biorhythmus finden“ konntest du bereits etwas über die Schlaftypen Lerchen und Eulen lernen. Diese beiden Typen haben einen unterschiedlichen Tagesrhythmus, da ihr Biorhythmus anderen Grundlagen unterliegt. Außerdem konnten Studien belegen, dass Morgenmenschen, also Lerchen, nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder durch das Leben gehen.

Und dabei hat ein früheres Aufstehen und „Aufsein“ am Morgen einige Vorteile:

  • Mehr Zeit für dich selbst
  • Stressfreier Start in den Tag
  • Der Tag hat (gefühlt) mehr Stunden
  • Du bist produktiver und konzentrierter

Tatsächlich aber sind die wenigsten Menschen Lerchen und damit extreme Frühaufsteher. Hier soll es auch gar nicht darum gehen, mitten in der Nacht aufzustehen, sondern lediglich um ein bisschen mehr Zeit. Dieses „mehr“ an Zeit können wir gewinnen, indem wir unsere innere Uhr und damit unseren Biorhythmus etwas nach vorne stellen. 

Und bei diesem Anpassen kann uns Sport und Bewegung helfen.

Training kann deinen Biorhythmus beeinflussen!

Vielleicht hast du schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein sehr spätes Training am Abend dein Einschlafen verzögert hat. Dieser Effekt ist die Folge einer Phasenverschiebung in deinem Biorhythmus.

Wissenschaftler von der Arizona State University haben im Detail untersucht, wie Bewegung die Taktung der inneren Uhr über den Tag hinweg bei jüngeren und älteren Erwachsenen beeinflusst. Sie wiesen dabei nach, dass körperliche Aktivität die innere Uhr sowohl vor- als auch zurückstellen kann. Die Richtung und das Ausmaß dieser Phasenverschiebung waren abhängig von der Tageszeit des Trainings.

Sport am frühen Morgen und am frühen Nachmittag hatte die Taktung früher einsetzen lassen, die innere Uhr also nach vorn gestellt. Sport am Abend verschob diese nach hinten, wobei dann das Schlafhormon Melatonin später ausgeschüttet wurde als gewohnt. Die Ergebnisse könnten die Möglichkeit eröffnen, negative Folgen von Jetlag und Schichtarbeit mit Hilfe von Sport abzumildern, so die Studienautoren.

Wissenschaftler von der Arizona State University und der University of California, San Diego, konnten jetzt zeigen, dass das Timing von Sport ausschlaggebend dafür ist, ob und wann die innere Uhr verändert wird. 51 jüngere (10 – 30 Jahre) und 48 ältere (59 – 75 Jahre) Testpersonen hatten sich für die Untersuchungen zur Verfügung gestellt. Sie absolvierten zur Vorbereitung zunächst fünf Tage lang im Labor einen künstlichen Schlaf-Wach-Zyklus, bei welchen eine 30-minütige Ruhephase einer 60minütigen Wachphase folgte. Begleitend dazu wurde die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin im Urin analysiert. Diese war ausschlaggebend, um die individuelle Taktung der inneren Uhr zu bestimmen. Im Anschluss daran trainierte jede Testperson an drei aufeinander folgenden Tagen zur gleichen Uhrzeit in einem von acht unterschiedlichen Tages- oder Nachtintervallen eine Stunde auf dem Laufband.

Die Auswertung der Messprotokolle ergab, dass ein Laufbandtraining um 7 Uhr in der Früh oder zwischen 13 und 16 Uhr die Taktung der inneren Uhr nach vorn verschiebt, ein Training zwischen 19 und 22 Uhr hingegen nach hinten. Melatonin wurde in letztgenannter Konstellation so bis zu zwei Stunden später ausgeschüttet als gewohnt. Das Training zwischen 1 und 4 Uhr und um 10 Uhr hatte jedoch nur einen geringen Einfluss auf die Phasen im Biorhythmus. Lebensalter und Geschlecht beeinflussten die Veränderungen im Biorhythmus nicht.

Hier geht’s zur Studie.


FAZIT:

Es gibt Einflüsse, die unsere innere Uhr beeinflussen können, obwohl unser Biorhythmus und damit unser Schlaftyp genetisch vorbestimmt ist. Aber auch du selbst hast es in der Hand und kannst mit Sport und Bewegung für mehr Glück in deinem Alltag sorgen. Denn Morgenmenschen sind glücklicher und gesünder!

Training zur richtigen Tageszeit kann sogar  dabei helfen, Schichtarbeit, Jetlag oder andere störende Einflüsse auf den Biorhythmus auszugleichen und damit die innere Uhr wieder in Einklang zu bringen.

Wichtig bei der ganzen Thematik ist, dass ein Langschläfer niemals zu einem Frühaufsteher werden wird. Aber du kannst eine Verschiebung erreichen und damit ein bisschen mehr Zeit in den wirklich schönen Morgenstunden genießen!

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