Perfektion und Happiness

Happiness hat nichts mit Perfektion zu tun

Bilder von tollen Urlaubsorten und wunderhübschen Menschen mit ständig guter Laune kennen wir alle zu Genüge. Der erste Blick in die Social-Media-Kanäle offeriert uns, dass man ganz offensichtlich direkt nach dem Aufstehen auch gut aussehen und genügend Zeit haben kann, um einen fancy Kaffee oder Matcha-Latte zu zaubern. Und dann ist da ja noch die schön dekorierte Acai-Bowl. Heißt das etwa, dass ich mein Leben nicht im Griff habe? Was machen die denn anders und vor allem besser als ich?

Dass die Bilder und Vorstellungen aus Social Media nichts mit der Realität zu tun haben, wissen wir im Grunde alle. Und trotzdem besteht immer dieser „Vergleichszwang“. Auch, wenn ich es nicht gerne zugebe, aber auch mir geht es so.

Aber das ist kein Problem der Neuzeit und nur von Social Media geprägt. Schon immer gab es Personen, die angehimmelt oder verehrt wurden – Rockstars, Schauspieler oder andere Personen des öffentlichen Lebens. Bei denen scheint einfach alles perfekt zu sein. Sie verdienen viel Geld, haben jede Menge Fans, die sie bewundern und anerkennen, was sie tun. Außerdem reisen sie um die Welt und leben in tollen Wohnungen oder Häusern.

Das, was Social Media heutzutage verstärkt, ist der ständige Einblick, der uns von den aktuellen „Stars“ gegeben wird. Man ist gefühlt den ganzen Tag dabei. Da gibt es Storys beim Frühstück, auf dem Weg zum Kosmetikstudio, beim Arbeiten am Macbook oder in Meetings, beim Fitness-Training (ja, das sollte ich auch mal wieder machen) und vieles mehr.

DIE MÜSSEN JA GLÜCKLICH SEIN!

Ja? Müssen sie das? Sie müssen vor allem eins: Sie müssen den „Standard“, den sie nach außen präsentieren auch halten. Und das nicht für ihre Zuschauer, sondern vor allem für sich selbst. Das Problem: Wer die Perfektion erreicht hat, der kann sich nicht mehr steigern.

Im Mai 2017 gab es eine Studie von der „Royal Society for Public Health“, die hat neben den positiven Effekten des Konsums von Social Media Plattformen auch die negativen Auswirkungen von Instagram, Snapchat, YouTube und Co. aufgezeigt.

Bei einer Umfrage mit 1.500 jungen Leuten (14-24 Jahre) kam heraus, dass sie neben den tollen Gefühlen von Gemeinschaft und Selbstentfaltung vor allen Dingen eins sind: einsam, traurig und ängstlich.

Schon heftig. War nicht der Ursprungsgedanke von Social Media die Menschen aus aller Welt zusammen zu bringen oder auch Wissen zu teilen und greifbar zu machen?


Aber kommen wir nochmal auf das Bild zurück, was uns Social Media vermittelt. Da sind Menschen, die ständig und gefühlt immer glücklich sind. Warum? Weil sie uns zeigen (wollen), dass sie andauernd tolle Dinge tun und große Momente erleben. Es ist also immer etwas los.

Wenn ich das jetzt auf mein Leben übertrage, dann fällt das ganz schön ab. Denn bei mir ist nicht ständig „was los“ und ich erlebe nicht jeden Tag großartige Momente oder mache überragende Dinge. Wenn ich meinen Lebensstil anpassen wollen würde, wäre ich auf der ständigen Suche.

Auf der Suche nach was?

Es ist die ständige Suche nach dem Glück

Und wenn ich mal genau darüber nachdenke, finde ich, dass es unglaublich anstrengend klingt. An dieser Stelle werfe ich einfach mal ein anderes Wort mit ein:

ZUFRIEDENHEIT

Dieses Wort hat für mich sehr viel damit zu tun, ob ich glücklich bin oder nicht. Fange ich aber an, mich mit (unerreichbaren) Menschen zu vergleichen, dann werde ich niemals zufrieden sein, denn dann würde auch für mich das ständige Suchen nach dem Glück beginnen.

Man könnte also sagen:

Nicht dem Glück hinterherjagen, sondern einfach mal zufrieden sein.

Aber sind wir mal ehrlich; „Zufrieden Sein“ hört sich einfach immer ein klein bisschen ungut an. Wenn du jemanden fragst wie es ihm geht und dieser antwortet mit „ich bin zufrieden“, dann kommt das nicht so positiv rüber, als wenn man sagen würde „mir geht es blendend, ich bin glücklich“. 

Und dabei heißt „ich bin zufrieden“ doch eigentlich:

„Mir geht es jetzt im Moment gut. Mit all den Dingen die ich aktuell habe,
mit all den Menschen, die mich zurzeit umgegeben und mit all den Dingen, die ich aktuell mache“.

Für mich hört sich das genau nach dem an, was im Alltag absolut erstrebenswert ist, oder?

Daneben steht dann das „Glücklichsein“, was wir hier einfach mal mit „Momente des Glücks“ betiteln. Diese Momente sind ganz besondere Momente. Zum Beispiel die Geburt eines Kindes, eine Hochzeit, ein besonderer Ausflug im Urlaub, ein Traum, den man sich erfüllt, … Diese Momente sind nicht alltäglich und sollen es auch gar nicht sein. Sie müssen besonders bleiben und sind einzigartig. Wären sie alltäglich, würden sie ihren „Glanz“ verlieren.

Also wie wäre es denn mit 

Weg vom Glück – hin zur Zufriedenheit

Und dann sind da diese zufriedenen Glücksmomente wie auf einem Steg am See ein Buch zu lesen.


Fazit:

Du siehst, eine Definition von Glück gibt es einfach nicht. Und vor allem sollte ein Wort in keiner der vielen Definitionen vorkommen: Perfektion!

Und was ist mit all den „Start“, die du über Social Media verfolgst. Sie leben ihren Traum und machen, was ihnen Spaß bringt. Aber was ist mit dir? Was macht dir Spaß und was tust du dafür, dass du das auch tun kannst? Oder tust du es bereits?


Ganz oft sind es eben die kleinen Dinge, die wir verlernt haben zu schätzen zu wissen. Es sind am Ende genau diese Dinge, die uns „ZUFRIEDEN“ machen. 

Jetzt heißt es für dich und auch für mich: Das Wort „Zufrieden“ bekommt einen neuen, besseren Stellenwert in unserem Wortschatz. Lass uns einfach mal überdenken, was wir wirklich wollen:

Zufrieden durch den Tag gehen und das Leben genießen oder ständig auf der Suche nach dem „großen Glück“ sein?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.