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Minimalismus Ausmisten

Erst Ausmisten und dann mehr erleben – Finde den idealen Start für weniger Konsum

Immer wieder fassen die Deutschen den Entschluss ihre sieben Sachen auf den Prüfstand zu stellen und Schränke, Kommoden und Co. auszumisten. Doch wo anfangen und zwar so, dass es sinnvoll ist und nicht bald wieder im Chaos endet? Nachhaltig und freiwillig seinen Besitz auszusortieren ist der erste Schritt in Richtung Minimalismus. Der Schritt in einen Lifestyle, der nicht von Dingen, sondern von Erfahrungen geprägt ist.

Die Forschung zeigt ganz deutlich, dass wir eher in Erfahrungen und Erlebnisse investieren sollten, als in Dinge, Sachen, Besitz. Da sind zwar diese kleinen Glücksmomente, wenn wir ein neues Teil ergattern können und uns vielleicht auch etwas Teureres leisten, aber diese Momente sind leider nicht langfristig. 

Bei Einkäufen fällt der Grad unserer Zufriedenheit mit jedem Kauf gleich aus. Es sind immer dieselben Indikatoren, die unser Wohlbefinden in diesen Momenten erzeugen. Das Problem dabei: Es ist nichts „Neu-Aufregendes“ mehr und fühlt sich irgendwann nicht mehr so euphorisch an, wie beim ersten Kauf. 

Glücklicher durch Erlebnisse statt Materielles

Geben wir aber viel Geld für einen Urlaub aus, können wir neue Erfahrungen sammeln, die wir ein Leben lang schätzen werden. Die Erinnerungen sind dabei eine große Hilfe und damit jeden Tag und zu jeder Zeit abrufbar, um das Glücksgefühl dank unserer Glückshormone wieder spüren zu können.

Ähnlich verhält es sich auch bei Kulturveranstaltungen wie etwa Konzerten oder Theaterstücken. Es gibt einen Ansturm von guten Hormonen, die uns auf verschiedene Arten glücklich machen. Wir sollten in der Lage sein, verschiedene Dinge in unserem Leben zu erleben. Reisen und Ausflüge sind dabei der beste Weg, um das alltägliche Leben, in dem wir uns befinden, zu vergessen. 

Und das ist auch wissenschaftlich erwiesen. So zeigen Untersuchungen an der Cornwell-Universität in den USA, dass physische Geschenke uns zwar glücklich machen, die meisten Menschen aber einen Urlaub oder eine Aktivität viel attraktiver finden.

Und mit dem Erleben und Reisen geht eines einher: ZEIT. Denn hier muss Zeit für eine Sache aufgewendet werden, die viele von uns oft nicht haben. Aber was wäre, wenn wir durch weniger Konsum und mehr Erleben sowohl mehr Zeit als auch Geld für neue Abenteuer hätten? Dann könnten wir uns in neue Erlebnisse und tolle Momente stürzen und damit unsere Zeit sinnvoll nutzen. Hört sich gut an? Dann geht´s jetzt los!

Denn der Weg dahin geht über den Gedanken des Minimalismus und der Frage: 

„Was brauche ich wirklich?“

Damit fängt alles an – Die neue Ordnung, dein neues Mindset und vor allem dein neuer Lifestyle!

Ballast abwerfen sorgt für einen klaren Kopf und gibt uns einen neuen Blick auf die Dinge. Bestimmt kennst du diesen Moment, wenn du z. B. deinen Kleiderschrank einmal ausgemistet und wieder ordentlich eingeräumt hast. Es ist ein Gefühl von Freiheit, Erleichterung und irgendwie auch einem Neuanfang.

Statistisch gesehen besitzen wir ca. 10.000 Gegenstände im Haushalt. Je größer Wohnung oder Haus, desto höher kann diese Zahl steigen. Oft helfen uns diese Dinge allerdings nicht, sondern belasten uns eher. Chaos im eigenen Wohnraum kann auch auf ein Ungleichgewicht im Leben hindeuten. Das Festhalten von Dingen ist vielleicht sogar verknüpft mit einer Art seelischem Ballast. 

Vielleicht sind da viele Gedanken in deinem Kopf, die du nicht mehr ordnen kannst, die dich blockieren. Tatsächlich belegen Studien, dass ein materielles Ausmisten der erste Weg zum Aufräumen der Gedanken und einem klaren Kopf ist. Es bringt einen neuen Blick auf die Dinge, die in unserem Leben passieren.

Ein Kreislauf von Ausmisten und Neuanschaffungen

Viele Deutsche haben die Zeit des Lockdowns zum Ausmisten und Aussortieren der eigenen vier Wände genutzt. Und ich bin mir sicher, dass es bei den meisten jetzt wieder ziemlich voll in Kleiderschränken und Co. geworden ist. Denn es wurde ja Platz im Schrank gezaubert, der nun auf neue Fülle wartet. Altes raus, Neues rein. Das ist natürlich alles andere als sinnvoll und nachhaltig. Damit das nicht wieder passiert, solltest du wirklich mit einem Minimalismus-Gedanken an die Sache rangehen und die altbekannte Frage immer wieder wie ein Mantra anwenden: „Was brauche ich wirklich?“

Dabei geht es überhaupt nicht darum, dass am Ende, für immer und ewig, nur eine Hose und zwei Shirts übrigbleiben, sondern dass du mit offenen Augen und Verstand einen Überblick behalten kannst und dich damit wohlfühlst! Denn wie ich bereits in der Titelstory geschrieben habe: Minimalismus ist so individuell wie Glück!

Zum Thema Ausmisten gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Büchern und Ratgebern, ganze YouTube-Kanäle beschäftigen sich mit Ordnungssystemen und durch den Trend des Minimalismus ist auch Marie Kondo bekannt geworden. Sie hat ein System entwickelt, dass dir dabei helfen soll einmal aufzuräumen und anschließend für immer Ordnung halten zu können. Darüber gibt es sogar eine Netflix-Serie, die ich allerdings für nicht so gut erachte. Es ist viel zu oberflächlich erzählt und hat mir keinen Mehrwert gegeben. Auch das System von Marie Kondo ist nicht mein System, kann ja aber bei dir funktionieren.

Los geht´s – Ordnung machen und Klarheit für den Kopf finden

Ordnung für dein Zuhause – Klarheit für den Kopf.

Mit diesen Schritten und den passenden Fragen habe ich nach und nach Ordnung und System geschaffen. Wichtig dabei ist aber, dass du dir nicht zu viel in zu kurzer Zeit vornimmst. Vielleicht ist jetzt ja der ideale Zeitpunkt, um einen Neujahrsvorsatz zu machen und bis zum neuen Jahr ein System ins Chaos zu bringen und gut sortiert gen 2023 zu springen. 

1. Der richtige Einstieg

Starte mit einer kleinen Ausmist-Aktion in deinem Handy! Das kannst du JETZT gleich, direkt nach dem Lesen des Glücksmagazins machen.

  • Welche Apps benutzt du wirklich, welche kannst du vielleicht sogar über den Browser benutzen? 
  • Welche Fotos und Videos sind doppelt, welche können weg? Welche Fotos müssen nicht auf dem Smartphone blieben und können in eine Cloud?
  • Wie alt sind die ältesten Mails in deinem Postfach? Was ist wichtig, was kann weg?
  • Welche Newsletter und Mailinglisten können abgemeldet werden?

2. Badezimmer

Da es sich meist um einen der Räume handelt, der am meisten benutzt wird und der in der Regel auch eher kleiner ist, haben wir den idealen Startpunkt für das physische Ausmisten. Vor allem im Badezimmer lohnt es sich, wenn du dir kleine Ordnungssysteme für die Schubladen oder Schränke besorgst.

  • Welche Produkte benutze ich täglich und regelmäßig (Must Haves)? Diese packst du in einen Korb und stellst ihn erst einmal vor den Raum
  • Welche Produkte stehen jetzt noch auf Oberflächen herum? Sind sie noch haltbar und du verwendest sie noch? 
  • Gehe nach und nach Schubladen und Schränke durch und miste gnadenlos aus. Denn deine Must-Haves sicherst du immer wieder in dem Korb vor der Tür!

3. Kleiderschrank

Der Kleiderschrank ist wohl bei den meisten der „Endgegner“. Wenn du den auf Vordermann gebracht hast, dann ist der Rest der Wohnung nur noch ein Klacks!

Starte direkt, indem du ALLES aus dem Schrank nimmst und auf einen Haufen wirfst. Beim Sortieren kannst du jetzt mehrere „Haufen“ machen, um deine Kleidung zu unterteilen. Ich habe es z. B. aufgeteilt in: Spenden, Familie und Freunde, zu verkaufen, Müll (wenn kaputt).

Alles was du behalten willst, kommt direkt wieder zurück in den Schrank und findet einen neuen Platz. Stelle dir dabei folgende Fragen zu jedem Teil (hier finde ich Marie Kondos Ansatz super):

  • Liebe ich es?
  • Brauche ich es?
  • Hatte ich es in den letzten 3 Monaten an?

4. Keller oder Dachboden

Ja, wir kommen jetzt zu einem Bereich, der vielen Angstschweiß auf die Stirn zaubert. Hier

Verbirgt sich meist kein Schatz, sondern eher Chaos und Teile aus der Vergangenheit. 

Vielleicht auch Dinge, bei denen man denkt „Sowas darf man nicht einfach wegschmeißen“. 

Bei mir waren es die Unterlagen zum Studium, alte Bücher (meist Fachbücher) und Fotos. 

Es war eine kleine Überwindung, aber unglaublich erleichternd, als das alles im Müll verschwunden war. Weg damit, es sei denn, du kannst jemand anderem damit weiterhelfen.

Sortiere in diesem Zusammenhang auch die Dinge, die du nur einmal im Jahr verwendest. Bei mir war es die Weihnachtsdeko. Die hat jetzt ihren Platz und wurde ebenfalls einmal ausgemistet.

5. Flurbereich und Garderobe

Hier sind bei mir die grauenvollsten Schubladen zu Tage gekommen und ich habe einiges wiedergefunden, was ich schon lange gesucht habe. Nimm dir Zeit für den Eingangsbereich deiner Wohnung. Dabei kommt auch sowas wie die Garderobe auf den Prüfstand.

  • Was wird gerade wirklich benutzt (vor allem jahreszeitenabhängig)
  • Welche Dinge müssen wirklich hier liegen? Könnte nicht ein anderer Platz geeigneter sein?

5. Wohnzimmer

Hier habe ich persönlich die wenigsten Dinge untergebracht. Und das ist auch ein Tipp für alle Räume. Schafft euch nicht zu viel Stauraum, denn der wird immer voll! Schaue in alle Schränke und stell dir wieder die Frage:

  • Was brauche ich wirklich?
  • Was benutze ich regelmäßig?

6. Büro/ Arbeitszimmer

Wenn du ein separates Arbeitszimmer hast oder einen Schreibtisch irgendwo in der Wohnung, dann setzte dich jetzt an diesen Bereich. Geh dabei nach und nach Schubladen und auch Ablagen durch und räume erst einmal alles auf und hefte das weg, was weg muss. Gehe auch hier rigoros vor. Ich habe im Büro z. B. einige alte Bücher aussortiert, die nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind, alte Notizhefte weggeschmissen, Stifte entsorgt u. v. m.

7. Küche und Esszimmer

Diesen Raum habe ich mir als letztes aufgehoben, weil er natürlich immer in Benutzung ist. Hier weißt du selbst, was du wirklich benutzt und welche Tools du nie verwendest. Gehe auch hier wirklich durch alle Schränke. Mein Tipp: Nimm dir einen Schrank/Schublade nach dem anderen vor und räum alles aus, wisch einmal durch, sortiere aus und räum direkt wieder ein. So hast du direkt einen kompletten Küchenputz inklusive.

Vielleicht packt dich ja auch das Aufräumfieber und du sortierst direkt den Inhalt deiner Schränke neu. Ich habe z. B. die Kaffeemaschine anders positioniert und dann auch die Tassen und alles was zum Kaffee und Tee gehört in den Schrank direkt darüber. Es macht nämlich auch Spaß, wenn am Ende ein etwas anderes Bild der Küche entsteht. Sei aber beim Ausmisten auch hier ehrlich zu dir selbst.

  • Benutze ich die Sachen regelmäßig?
  • Helfen mir die Dinge?
  • Worauf kann ich nicht verzichten?

Und kleine Anmerkung hier: Auch die guten, alten Tupperware-Behälter, die Mama beim Auszug mitgegeben hat dürfen aussortiert werden! Jeder kennt doch diese eine Schublade, oder?

Reduktion als Prozess

All diese Schritte sind nicht in einer oder zwei Wochen durchgeturnt. Das musst du dir immer bewusst sein! Es geht hier nicht darum in kürzester Zeit die gesamte Wohnung auf den Kopf zu stellen und zwischendrin die Lust zu verlieren. Es geht darum, ganz bewusst und langfristig auf den eigenen Besitz und den Konsum zu blicken. 

Es ist ein Prozess, der bei den einen mit dem Ausmisten am Handy startet und bei den anderen dann, wenn der Keller angegangen wird. Und am Ende solltest du dir immer wieder vor Augen führen, was Positives auf dich wartet. Denn wer weniger hat, hat auch weniger Entscheidungen zu treffen, hat mehr Zeit gewonnen, um diese mit Freunden und Familie zu verbringen und am Ende auch mehr Geld. Denn wer weniger und bewusster shoppt, der spart einige Taler, die dann für Erlebnisse und Abenteuer ausgegeben werden können. Erlebnisse, die dir dein ganzes Leben bleiben und die du dann in einer sinnvoll ausgestatteten Wohnung Revue passieren lassen kannst – Happy und glücklich!


Ausgabe 05/2022

Ausgabe 05/2022

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