Helsinki Weihnachten Vorfreude

Vorfreude ist die schönste Freude – Warum uns die Weihnachts-Happiness so früh wie möglich treffen sollte

Vorfreude lohnt sich. Denn diese hat viele positive Effekte auf dich, deine Psyche und damit auch deine Happiness. Nicht ohne Grund raten dir Psychoanalytiker dazu, schon früh mit der Weihnachtsdekoration zu starten. Daher gibt es die Weihnachtsausgabe auch bereits Anfang November. Denn was wäre Weihnachten ohne Vorfreude, Vorbereitung und den dazugehörigen Stress. Lass uns zusammen erforschen, was das alles mit deiner Happiness zu tun hat und wie wir uns noch besser auf das „Fest der Feste“ vorbereiten können.

Das Weihnachtsfest ist oft mit Emotionen verknüpft – und das ganz unabhängig von Religionen.

Wenn ich mit Freunden und Bekannten über Weihnachten spreche, sind die Gespräche oft ähnlich. Es geht um fehlende Geschenke, die Besorgung des Weihnachtsbaums, ungeschriebene Weihnachtskarten oder Arbeit, die noch erledigt werden muss. Oft scheint Weihnachten eine einzige To-do-Liste zu sein, die es abzuarbeiten gilt. 

Aber jetzt mal „Butter bei die Fische“ oder eher „Kerzen auf den Adventskrank“. Ist es bei dir auch so? Denn wenn ich mit Erwachsenen über Weihnachten spreche, dann geht es im Grunde nur um Erledigungen und Aufgaben. Niemands aber sagt: „Ach, Weihnachten, da freue ich mich so sehr drauf. Ich kann es kaum erwarten!“

Na, hab ich dich erwischt? 

Eigentlich steckt der ganze Advent voller Traditionen, die Vorfreude aufbauen. An jedem Sonntag dürfen wir eine neue Kerze am Adventskranz anzünden als Zeichen dafür, dass es wieder eine Woche weniger ist, bis das Christkind kommt. Der Besuch vom Nikolaus am 6. Dezember markiert den ersten Meilenstein auf dem Weg zum Weihnachtsfest. Und nicht zu vergessen, sorgt der Adventskalender mit seinen 24 Türchen für die tägliche Dosis Vorfreude. 

Es ist also alles da für einen Advent voller Freude auf das, was vor uns steht. Aber irgendwann auf dem Weg ins Erwachsenenalter scheint sie verloren zu gehen. Statt erwartungsvoll Kerzen anzuzünden und Türchen aufzumachen, haken wir Punkt für Punkt auf unserer To-do-Liste ab, die einfach nicht kürzer werden will. Dummerweise wird sich das mit der To-do-Liste nicht mehr ändern, denn ein Fest vorzubereiten, ist nun mal immer irgendwie Arbeit. 

Aber warum ist Vorfreude eigentlich so wichtig?

Wie wichtig Vorfreude ist, fällt erst richtig auf, wenn sie fehlt. Wenn wir nichts haben, worauf wir uns freuen können, schleppen wir uns durch den Tag und warten, dass er vorübergeht. Ist da aber etwas, auf das wir uns freuen, ist dies anders. Nervige Aufgaben gehen leichter von der Hand und unangenehme oder langweilige Angelegenheiten lassen sich besser durchstehen. Die Vorfreude dient als Ablenkung, beschert schöne Tagträume oder verleiht uns außerdem einen kleinen Motivationsschub. Vielleicht kennst du das, wenn du am Wochenende etwas tolles geplant hast und du den gesamten Freitag in Vorfreude quasi durch den Arbeitstag fliegst. Diese positive Wirkung belegen auch psychologische Studien. Sie zeigen unter anderem:

  • Vorfreude ist tatsächlich eine der schönsten Freuden

Die Aussicht auf zukünftige, schöne Ereignisse erfüllt uns mit mehr Freude und stärkeren positiven Emotionen als der Rückblick auf vergangene, schöne Erinnerungen. 

Studie: “Looking forward, looking back: Anticipation is more evocative than retrospection”, Leaf Van Boven & Ashworth Laurence

  • Vorfreude wirkt wie ein Puffer gegen Stress

Sie hilft uns, in hektischen und unsicheren Zeiten besser zurechtzukommen. Eine Studie von Samuel Monfort und Kollegen zeigte beispielsweise, dass Personen, die sich auf etwas so Banales wie lustige Comics freuten, Stress besser verarbeiten konnten. Die Vorfreude auf die Comics führte zudem dazu, dass sie nach einem stressigen Ereignis bessere Laune hatten und weniger negative Emotionen erlebten als Personen, die keinen Grund zur Vorfreude hatten.

  • Die Vorfreude auf Erlebnisse ist emotional größer, als die Vorfreude auf Materielles

Beim Warten auf Gegenstände, empfinden wir weniger Vorfreude und Aufregung, sondern eher Ungeduld. Das sieht man beispielsweise im Warteverhalten: Leute, die in der Schlange stehen, um etwas Materielles zu kaufen, benehmen sich schlechter als Leute, die anstehen, um Tickets für eine Veranstaltung zu kaufen, oder bei einem Konzert oder einer Sportveranstaltung auf Einlass warten.


Die Vorfreude auf Weihnachten ist, vor allem für uns Erwachsene eher als die Freude auf das Fest, die Familie und die Athmosphäre, als die Vorfreude nach materiellen Dingen zu sehen. Zumindest bei den meisten von uns. Also eine Vorfreude, die schwerer wiegt, als man glaubt.

Für mich ist es einfach die schönste Zeit des Jahres. Und obwohl ich eher Team Sommer als Team Winter bin, hat die Vorweihnachtszeit und Weihnachten selbst eben diesen ganz besonderen Zauber. Den Zauber, den man aus der Kindheit kennt und der einen jedes Jahr wieder „auf den Boden bringt“ und zeigt, dass irgendwie alles gut ist.

Die Tatsache, dass es eigentlich jedes Jahr gleich abläuft, steht der Vorfreude auf Familie, Zeit und auch ein bisschen auf Geschenke, nicht im Weg. 

Tatsächlich gibt es eine Studie, die genau dies bestätigt und die belegt, dass Menschen, die schon früh damit beginnen, für Weihnachten zu dekorieren, glücklicher und ausgeglichener sind. 

Der Psychoanalytiker Steve McKeown, der in der McKeown Klinik im britischen St. Albans arbeitet, hat dafür einen einfachen Grund: Weil viele Menschen in der heutigen Zeit viel Stress im Alltag haben, möchten sie sich mit Dingen beschäftigen, die sie glücklich machen. Außerdem ruft Weihnachten starke positive Gefühle aus der Kindheit hervor. Es erinnert uns an die stressfreie und unbeschwerte Zeit in den jungen Jahren.

Auch die Psychotherapeutin und Schriftstellerin Amy Morin bestätigte, dass Nostalgie eine wichtige Rolle spielt. Die Weihnachtszeit weckt in uns ein Gefühl der Nostalgie und hilft uns dabei, mit der Vergangenheit und unserer Identität in Verbindung zu kommen. Es verbindet uns mit der Kindheit und macht uns einfach glücklich.

Tja, ich sag´s ja jedes Jahr wieder: Anstatt sich darüber aufzuregen, dass bereits Weihachtssachen im Supermarkt zu finden sind, sollten wir uns doch einfach darauf freuen, dass wir schnurstracks in die Vorweihnachtszeit schlittern!

Was aber, wenn die Vorfreude zur Enttäuschung wird?

Doch was, wenn es statt Weihnachtsfrieden Streit und Enttäuschung unterm Tannenbaum gibt? Trifft uns das vielleicht sogar stärker, wenn wir uns vorher auf den Abend gefreut haben? Nicht wirklich! Keine Vorfreude aufkommen zu lassen schützt nicht vor Enttäuschung. 

Wer sich dagegen der Vorfreude hingibt, kann das gute Gefühl zumindest so lange genießen, wie es anhält. Also bis zum Zeitpunkt des Streits. 😉

FAZIT:

Es gibt immer etwas, worauf man sich freuen kann!

Auch wenn Weihnachten eine sehr emotionale und nicht immer einfache Zeit ist – besonders in den letzten beiden Jahren – lohnt es sich darüber nachzudenken, worauf wir uns freuen können. Das muss vielleicht gar nicht das Weihnachtsfest selbst sein. Selbst die Vorfreude auf Dinge, die uns auf den ersten Blick klein und unbedeutend erscheinen, kann einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden haben.

Und sind wir mal ganz ehrlich: Was wäre ein Weihnachtsfest, ohne einen kleinen (oder auch großen) Streit in der Familie. Ob mit den Geschwistern oder den Eltern – EGAL! Denn wir feiern das Zusammensein und unser gemeinsames Glück, dass dank sozialer Kontakte an Weihnachten erst so richtig aufblühen kann.

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