Glücksforschung Definition von Glück

Die Definition von Glück – sprachlich, wissenschaftlich, menschlich

An was denkst du, wenn es um das Thema “Glück” geht? Was fällt dir spontan ein? Kennst du eine Definition von “Glück”? Wie sieht diese aus? 
Gar nicht so einfach, oder? Und wahrscheinlich würde fast jedem etwas anderes dazu einfallen. Und das, trotzdem es für uns alle das übergeordnete, vielleicht auch unbewusste Lebensziel ist: Glücklich sein!

Sucht man im Netz nach Definitionen und Erklärungen der Glücksforschung, findet man jede Menge lange und sehr komplizierte Texte und Ausführungen. 

Definition des Wortes GLÜCK

Glück ist nicht greifbar und jeder definiert für sich eine andere Bedeutung. Ist es DER eine Zustand des absoluten Zufriedenseins; Gemeinsam mit der Familie am Tisch sitzen, die Freiheit bei einer langersehnten Reise genießen? Oder ist es vielleicht auch das Glück, morgens einen Sitzplatz in der Bahn zu bekommen oder gar den Lottogewinn abzusahnen? Sehen wir uns einmal die sprachliche Definition von Glück an:

GLÜCK

Zustand “glücklich sein”, hier gibt es sehr viele Definitionen und Momente, die für die Menschen als perfekte und glückliche Momente wahrgenommen werden.

Glück haben, eher materiell gesehen, also doch ein wenig mehr greifbar. Eine Art “Fügung” von Raum, Zeit und Situation… Glück gehabt!

Eigene Beschreibung

In der englischen Sprache wird an dieser Stelle ein sprachlicher Unterschied gemacht: Mit den beiden Wörtern HAPPINESS und LUCK.

“As nouns the difference between luck and happiness is that luck is something that happens to someone by chance, a chance occurrence while happiness is the emotion of being happy; joy. As a verb luck is to succeed by chance.”

Quelle: https://wikidiff.com/luck/happiness

Für mich hat das Wort HAPPINESS bereits Einzug in meinen deutschen Sprachgebrauch gehalten. Es sagt für mich einfach mehr aus als “Glück gehabt, gewonnen”. Es ist ein Lebensgefühl, das es nicht zu erreichen gilt, sondern das man erleben und fühlen sollte. 

Wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel! 

Mit Glücksforschung dem Glück auf der Spur

In der empirischen Glücksforschung versuchen Wissenschaftler auf diese und weitere Fragen Antworten zu finden. Sie haben Glück messbar gemacht und berichten jährlich im sogenannten “World Happiness Report” über die Ergebnisse. Jedes Jahr gibt es ein anderes Thema, zu dem Menschen auf der ganzen Welt befragt werden. 

Und was soll ich sagen? Finnland ist top und steht seit mittlerweile vier Jahren in Folge an der Spitze der Auswertungen. Auch andere skandinavische Länder sind weit oben zu finden. 
Werfen wir daher einen Blick gen Norden – nach Finnland. Genauer gesagt schauen wir auf die finnische Sprache.

Ähnlich wie im Englischen ist hier „Glück“ nicht gleich „Glück“. Die Finnen sagen dazu “Wie ein Hund mit zwei Schwänzen.”

Das Wort “Onnea” wird mit Glück/Happiness übersetzt, was auch als Glückwunsch benutzt wird. Als Adjektiv sieht dies aber ganz anders aus. Hier findet man im Finnischen zwei Adjektive für das Wort “happy” (ich beziehe mich auf das Englische, weil eine bessere Abgrenzung zu lucky besteht): 

ILOINEN und ONNELINEN

Bleiben wir bei dem eben schon erwähnten Hund. Stell dir vor, du kommst nach Hause und dein Hund begrüßt dich schwanzwedelnd an der Tür. Dieser Hund ist definitiv glücklich und freut sich, dass du zurück bist. Im Finnischen ist er “iloinen“.

Im Laufe des Abends legt sich dann dein Hund zu dir auf das Sofa, gähnt genüsslich und genießt sein Leben, während er gekrault wird. Jetzt ist der Hund ebenfalls glücklich, auf finnisch: “onnellinen“.Demnach meint “iloinen” den glücklichen Moment, der offensichtlich ist, also z.B. große Freude. “Onnellinen” dagegen meint Augenblicke voller Glückseligkeit. Also dann, wenn man sich absolut wohl fühlt und das Leben genießt. Die Finnen sagen dazu, man kann zwar so tun als wäre man “iloinen“, aber es funktioniert nicht, vorzutäuschen “onnellinen” zu sein.


Aber wie wird man nun „onnellinen“, happy, glücklich?

Seit Ende der 90er Jahre gibt es das Feld der Positiven Psychologie. Diese beschäftigt sich  mehr mit der Selbstentwicklung von Menschen, anstatt nur mit Psychischen Störungen oder Krankheitsbildern, wie es bis dahin durch die klassische Psychologie getan wurde.

Als Teil dieser neuen „Art der Psychologie“ hat sich schließlich das Feld der Glücksforschung entwickelt. Viele wissenschaftliche Disziplinen wie Medizin, Pädagogik, Theologie, Politik- und Wirtschaftswissenschaften haben außerdem Einfluss auf die Wissenschaft und Arbeit der Glücksforschung. Es ist ein riesen Themenfeld, was von vielen Seiten betrachtet werden muss.

Seit der Gründung der Positiven Psychologie und der anschließenden Geburt der Glücksforschung, konnten viele spannende und wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Es sind Erkenntnisse darüber, ob und wie wir glücklicher werden könnten und welche Zutaten wir für ein erfülltes Leben brauchen. 

Lass uns gemeinsam auf drei dieser Erkenntnisse schauen, die dazu beitragen, dass wir die Definition von Glück etwas mehr ausweiten können:

1. Positives und Negatives existiert unabhängig voneinander

Die Abwesenheit von Problemen oder negativen Gedanken bedeutet nicht, dass dies dazu führt, dass positive Dinge Einzug halten und uns und unseren Gemütszustand erreichen.  Das ist auch umgekehrt der Fall! Für unser Glück bedeutet das, dass es nicht alleine ausreicht, seine Probleme zu lösen oder seine negativen Gedanken zu reduzieren. Man muss auch etwas für seine positive Emotionen tun, wenn man mehr will, als nur „normal“ zu funktionieren. Hier geht es also nicht um eine einfache Balance, sondern um ein „Übergewicht des Positiven“.

2. Glück ist, was DU draus machst 

Ach wie ich diesen Satz liebe! Er begleitet mich und meinen Blog nun schon seit vielen Jahren; als Untertitel von „Happiness meets Life“.

Im Grunde ist es eine großartige Aussage, denn sie bedeutet nichts anderes, „Glücklichsein“ kann erlernt werden und „du bist deines eigenen Glückes Schmied“. 
Laut den Ergebnissen der Glücksforschung sind die Einflüsse auf unser Glück nämlich wie folgt gegliedert:

Ganze 40% hängen von unseren alltäglichen und bewussten Verhaltensweisen und Entscheidungen ab. Dazu zählen unser Denken, unsere Gefühle sowie Haltung. 


Satte 50% unseres Glücks ist genetisch vorbestimmt. Hierbei geht es um Einflussfaktoren wie Rasse, Geschlecht, Größe, Aussehen aber auch Eigenschaften wie Extrovertiertheit oder Introvertiertheit.

Tatsächlich bedingen äußere Einflüsse wie Rasse, Geschlecht, Wohnort, Einkommen, Bildungsstand, etc. nur mit 10% unser Glück. Damit dürfte klar sein, dass Glück und Wohlbefinden weniger von den äußeren Umständen abhängen, als davon, wie wir diese Umstände interpretieren. Also auch dann, wenn wir über geringere Mittel verfügen und vielleicht nie reich oder berühmt werden, können wir durchaus glücklich sein.

3. Soziale Beziehungen sind wesentlich für unser Glück 

Zu Beginn der Glücksforschung hat man sich viel mit der Frage beschäftigt, was glückliche Menschen von weniger glücklichen Menschen unterscheidet. Was machen sie anders? Was haben sie mehr?

Tatsächlich gab es eine überraschende Erkenntnis. Denn der einzige, äußere Faktor liegt in guten sozialen Beziehungen. Dabei ist nicht mal wichtig, wie viele Beziehungen jemand hat. Qualität steht ganz klar vor Quantität. Das war im Übrigen auch das Ergebnis der bisher längsten durchgeführten Studie, die seit den 1930er Jahren läuft.

Fazit:

Die Definition von Glück ist im wissenschaftlichen Sinn als das subjektive Wohlbefinden zu sehen. Und genau dieses Wohlbefinden können wir ganz alleine beeinflussen. Was dieses Wohlbefinden beinhaltet und wie es sich zeigt, ist dabei individuell. Daher beschreibt auch jeder „Glücklichsein“ anders.

Tatsächlich spielen unsere Einstellung, unsere Gedanken und unsere Entscheidungen eine entscheidende Rolle. Ganze 40% nehmen diese dabei ein, wenn es darum geht, was unser Glück beeinflusst. Auch äußere Parameter, die wir nicht ändern können haben Kontrolle darüber, ob wir glücklich sind oder nicht. Allerdings sind diese wesentlich geringer, als viele denken.

Soziale Beziehungen sind Einflussfaktoren, die wir bewusst steuern können. Diese tragen am Ende einen entschiedenen Beitrag dazu bei, ob wir wirklich glücklich sind. Sich um Freunde, Familie oder Partner zu kümmern sollte daher ein wichtiger Punkt im Leben sein. Genau hier liegt die Quelle für ein andauerndes Glücksgefühl im Leben.

2 thoughts on “Die Definition von Glück – sprachlich, wissenschaftlich, menschlich”

  1. Wow, ich höre diesen Artikel gerade im Podcast und hoffe irgendwie, dass du noch mehr Podcasts machst! Eine ganz tolle, angenehme Stimme, die ich mir ewig anhören kann. Es macht richtig Spaß, deinem tollen Content zu lauschen, auch wenn er sich natürlich auch super liest. Danke für den umfangreichen Inhalt. Freue mich schon auf die nächste Ausgabe!

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